Durchfall: die leere Rolle Klopapier
  1. Was ist Durchfall?
  2. Durchfall Ursachen
  3. Behandlung von Durchfall
  4. Ist Durchfall meldepflichtig?
Durchfall: die leere Rolle Klopapier

Durchfallerkrankungen, sogenannte Gastroenteritiden, sind kein seltener Fall in der Bevölkerung und die häufigsten Auslöser für Durchfall (Diarrhö). Je nachdem, was der Auslöser ist, reicht manchmal ausreichend Flüssigkeit zum Ausgleich des Verlustes. Allerdings bedarf es manchmal auch einer medikamentösen Behandlung bis hin zur Meldepflicht.

Auf einen Blick
  • Durchfall Ursachen sind weitreichend: von akuten Infektionen bis hin zu chronischen Darmerkrankungen
  • Man unterscheidet zwischen akuter und chronischer Diarrhö
  • Wichtig ist: viel trinken, um den Volumen- und Elektrolytverlust auszugleichen
  • Eine Meldepflicht dem Gesundheitsamt gegenüber besteht bei bestimmten nachgewiesenen Erregern

Was ist Durchfall?

bildliche Darstellung

Die Definition ist nicht ganz eindeutig verfasst worden. Es gibt vielmehr einige diagnostischen Kriterien, an denen man sich bei der Diagnose orientiert. Dabei müssen nicht alle drei Kriterien zutreffen.

Sobald jedoch eines dieser Kriterien auf Ihr Krankheitsbild zutrifft, spricht man von Diarrhö:

  1. Zu häufige Stuhlentleerung: ≥ 3 ungeformte Stühle innerhalb von 24 Stunden

  2. Verminderte Stuhlkonsistenz: Wassergehalt des Stuhls > 75 Prozent (Stuhl ist "breiig" bis flüssig)

  3. Erhöhtes Stuhlgewicht: > 250g täglich

Akuter oder Chronischer Durchfall

Ist die Diagnose Diarrhö anhand einschlägiger Kriterien bestätigt worden, kategorisiert man nur noch nach dem zeitlichen Ablauf.

Unterschieden wird dabei die akute Diarrhö, die meist unter 2 Wochen anhält, meist jedoch nur wenige Tage. Und die chronische Diarrhö mit einer Dauer länger als 2 Wochen.

Durchfall Ursachen

Alle Formen der Diarrhö sind auf ein Ungleichgewicht zwischen der Sekretion und Resorption im sogenannten Gastrointestinaltrakt (Verdauungstrakt) zurückzuführen. Das sind vereinfacht die Vorgänge bei der Verdauung von Nahrung: Nährstoffe und Wasser müssen aufgenommen (resorbiert) werden und unnötige Stoffe müssen ausgeschieden (sezerniert) werden.

Generell kann auch bei den Ursachen wieder zwischen akuter und chronischer Diarrhö unterschieden werden.

Mögliche Ursachen für akute Diarrhoe können sein:

  • eine Magen-Darm-Infektion (Gastroenteritis) ausgelöst durch Erreger wie Rota- oder Noroviren

  • eine Infektion ausgelöst durch schlechte Lebensmittel (Viren, Bakterien im verdorbenen Essen)

  • Pilzvergiftungen

  • Vergiftungen mit Chemikalien

  • zu viel Koffein

  • Stress

  • Lebensmittelallergien

  • Als Nebenwirkung von Medikamenten

  • Durchblutungsstörungen im Darm

Mögliche Ursachen für chronische Diarrhö sind genauso vielfältig. Dazu zählen:

Die Folge dieser Krankheiten ist fatal, denn sie sorgen dafür, dass Nahrungsmittel über einen längeren Zeitraum nicht adäquat aufgenommen werden können (Malresorption).

Diese Nahrungsverwertungsstörungen können zu Mangelerscheinungen, dem sogenannten Malassimilationssyndrom, führen. Dieses Syndrom entsteht auch bei bestimmten Enzymmängeln (Maldigestition), die auch genetisch bedingt sein können. Bei Kindern zum Beispiel kann das zu Wachstumsstörungen führen und altersunabhängig zu Funktionsstörungen. Es ist kein eigenes Krankheitsbild sondern ein Syndrom, welches Darmerkrankungen mit Diarrhö wesentlich komplizierter machen kann.

Behandlung von Durchfall

Es hat natürlich absolute Priorität, die Erkrankung zu behandeln, welche den Durchfall auslöst. Es gibt jedoch einige Maßnahmen, die Sie bis dahin selbstständig durchführen können, um die Symptome zu lindern.

Was hilft gegen Durchfall?

  • Trinken bei Durchfall: Am allerwichtigsten ist, dass Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Durch die ständige Darmentleerung verlieren Sie große Mengen an Wasser und wichtigen Nährstoffen. Diesen Volumen- und Elektrolytverlust gleichen Sie am besten aus, indem Sie viel Wasser trinken und Elektrolytlösungen zu sich nehmen. Diese gibt es in Beuteln in der Apotheke zu kaufen oder sie greifen auf isotonische Getränke zurück.

  • Essen bei Durchfall: Auch gibt es Nahrungsmittel, die Abhilfe schaffen können: Bananen und Orangen enthalten beispielsweise Kalium und Salz. Bei Diarrhö, egal ob akut oder chronisch, sollten Sie sich immer mit Schonkost ernähren. Vermeiden Sie fetthaltige Speisen, Säfte, Koffein und Alkohol. Darmschonend sind vor allem Zwieback, Reis, Pellkartoffeln und Salzstangen.

  • Medikamente bei Durchfall: Ergänzend dazu kann bei Bedarf ein Medikament gegen Übelkeit/Erbrechen oder Durchfall verabreicht werden. Hierzu gehören vor allem Medikamente die die Darmbewegung reduzieren. Auch kann man Medikamente gegen Krämpfe einnehmen. Antibiotika sind nur dann indiziert, wenn Bakterien als Ursache nachgewiesen wurden. Oft handelt es sich aber um eine Lebensmittelvergiftung oder einen viralen Infekt.

Wann sollte man bei Durchfall zum Arzt gehen?

Wir empfehlen Ihnen bei starker Diarrhoe und Begleitsymptomen (wie zum Beispiel Fieber) immer einen Arzt aufzusuchen, um die richtige Behandlung so schnell wie möglich einleiten zu können. Vor allem wenn der Verlauf schwerwiegender ist als gewohnt - Durchfall hat man immer wieder mal im Alltag. Ein Krankenhausaufenthalt ist nur dann ratsam, wenn der Verlauf kompliziert ist oder es sich um einen Risikopatienten handelt.

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Ist Durchfall meldepflichtig?

Einige Magen-Darm-Infektionen sind meldepflichtig. Je nachdem, um welchen Erreger es sich handelt, sind Meldevorschriften an das Gesundheitsamt zu beachten. Besonders Arbeitgeber, deren Arbeitnehmer im Rahmen ihrer Tätigkeit mit Lebensmitteln arbeiten oder damit in Kontakt kommen, müssen nicht nur die diagnostizierte Erkrankung melden, sondern bereits den Krankheitsverdacht. Es geht hauptsächlich darum, bei einer infektiösen Erkrankung die Gefahr der epidemischen Verbreitung zu verhindern. Dementsprechend werden dann Maßnahmen zum Schutz der Umgebung vom Gesundheitsamt initiiert. Dazu gehören u. a.:

  • Die Isolation der infizierten Patienten

  • Striktes Tätigkeitsverbot bei Anzeichen einer Infektion

  • Strikte Einhaltung der Hygiene (Hände waschen, desinfizieren, Schutzkleidung regelmäßig wechseln)

  • In Lebensmittelbetrieben wird ein Abgabeverbot für Lebensmittel eingeführt

  • Teilschließung einzelner Betriebsabteilungen oder eventuell Schließung des gesamten Betriebs

Quellen

  • Amboss (15.01.2020), Durchfall (Diarrhö), unter https://www.amboss.com/de/library#xid=6M0jpg&anker=Z5de87c68270e41d4c2aca249f0b5bb2a [abgerufen am 27.02.2020]

  • Apotheke Umschau (11.03.2019), Durchfall (Diarrhö): Therapie, unter https://www.apotheken-umschau.de/Durchfall/Durchfall-Diarrhoe-Therapie-11862_4.html [abgerufen am 27.02.2020]

  • Apotheke Umschau (11.03.2019), Durchfall (Diarrhö) - Ursachen chronisch (1), unter https://www.apotheken-umschau.de/Durchfall/Durchfall-Diarrhoe-Ursachen-chronisch-1-11862_7.html [abgerufen am 27.02.2020]

  • Apotheke Umschau (11.03.2019), Durchfall (Diarrhö) - Ursachen chronisch (2), unter https://www.apotheken-umschau.de/Durchfall/Durchfall-Diarrhoe-Ursachen-chronisch-2-11862_8.html [abgerufen am 27.02.2020]

  • Apotheke Umschau (11.03.2019), Durchfall (Diarrhö) - Ursachen akut (1), unter https://www.apotheken-umschau.de/Durchfall/Durchfall-Diarrhoe-Ursachen-akut-1-11862_5.html [abgerufen am 27.02.2020]

  • Apotheke Umschau (11.03.2019), Durchfall (Diarrhö) - Ursachen akut (1), unter https://www.apotheken-umschau.de/Durchfall/Durchfall-Diarrhoe-Ursachen-akut-2-11862_6.html [abgerufen am 27.02.2020]

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