Hände mit blauen Handschuhen bereiten eine Spritze mit Impfstoff vor.
  1. Arten der Immunisierung
  2. Corona-Impfstoffe
  3. Häufige Fragen zu Impfstoffarten
Hände mit blauen Handschuhen bereiten eine Spritze mit Impfstoff vor.

Im Dezember 2021 wurde der erste Totimpfstoff gegen SARS-CoV-2 von der EMA zugelassen. Seit Februar 2022 wird dieser auch von der STIKO empfohlen und als Corona-Impfung in Deutschland eingesetzt.

Mit Einführung der Corona-Impfungen stieg die Aufmerksamkeit und das Interesse für Impfstoffe rasant. Begriffe wie Lebend- und Totimpfstoff, mRNA-Impfstoff und Vektorimpfstoff werden ständig diskutiert. Doch was bedeuten diese Begriffe eigentlich? Fernarzt hilft, einen Überblick über die verschiedenen Arten und Wirkweisen von Corona-Impfstoffen und Impfungen allgemein zu gewinnen.

Fakten über Impfstoffe
  • Man unterscheidet die Impfstofftypen Totimpfstoff, Lebendimpfstoff und genbasierter Impfstoff. Alle drei Typen dienen der aktiven Immunisierung.
  • Passive Immunisierung beschreibt die nachträgliche Immunisierung mit Antikörpern – der Körper baut selbst keine Immunität auf.
  • Der erste entwickelte Impfstoff wurde aus Kühen isoliert und schützte vor Kuhpocken.

Arten der Immunisierung

Wenn man von einer Impfung spricht, ist meistens die Rede von aktiver Immunisierung. Das bedeutet, dass das körpereigene Immunsystem durch die Impfung angeregt wird, Antikörper gegen einen bestimmten Erreger zu bilden. Nach diesem Prinzip funktionieren die meisten Impfungen.

Bei einigen Erkrankungen gibt es auch die Möglichkeit einer passiven Immunisierung. Dem Körper werden erst nach erfolgtem Kontakt zu einem Erreger künstlich hergestellte Antikörper verabreicht. Diese unterstützen das Immunsystem bei der Erregerabwehr, stimulieren aber nicht die körpereigene Bildung von Antikörpern. Es besteht nur ein kurzfristiger Schutz vor dem Erreger.

Passive Immunisierung

Die Möglichkeit zur passiven Impfung besteht zum Beispiel bei Tetanus. Ist der aktive Impfschutz abgelaufen oder die letzte Impfung nicht ermittelbar, kann dieser aufgefrischt und gleichzeitig ein Passivimpfstoff gegen Tetanus gegeben werden.

bildliche Darstellung

Formal gelten Totimpfstoffe und genbasierte Impfstoffe als zwei verschiedene Impfstoffklassen. Bei Totimpfstoffen werden abgetötete Erreger oder Teile des Erregers (im Falle des Coronavirus das Spike-Protein) appliziert. Das Immunsystem kann daraufhin Antikörper gegen den Erreger bilden. Bei genbasierten Impfstoffen wird der Bauplan für das Zielprotein appliziert, also zum Beispiel der Bauplan für das Spikeprotein des Coronavirus. In einigen wenigen Körperzellen wird das Zielprotein nun hergestellt und freigesetzt. Es dient nun als Antigen, gegen welches Antikörper gebildet werden.

Beide Impfstoffe unterscheiden sich jedoch grundsätzlich von Lebendimpfstoffen, da kein lebender Erreger appliziert wird. Die Wirkweisen von Totimpfstoffen und genbasierten Impfstoffen können daher gleichgesetzt werden.

Corona-Impfstoffe

Mit der Corona-Pandemie bestand der dringende Bedarf nach einem wirksamen Impfstoff gegen das Virus. Viele Unternehmen begannen mit der Arbeit an den Impfstoffen und nahmen dies zum Anlass, bereits lange in der Forschung untersuchte Impfstoffklassen auf das Coronavirus zu spezialisieren. So wurde zum ersten Mal ein genbasierter Impfstoff, der mRNA-Impfstoff gegen SARS-CoV-19, entwickelt und zugelassen. Aktuell zugelassene Corona-Impfstoffe sind genbasierte Impfstoffe. Im Dezember 2021 wurde der erste Totimpfstoff gegen COVID-19 durch die EMA (European Medicines Agency) autorisiert. Seit Mitte Februar 2022 wird diese Corona-Impfung in Deutschland von der ständigen Impfkommission STIKO empfohlen und für die Grundimmunisierung gegen COVID-19 eingesetzt.

Corona-Impfstoffe im Überblick
  • mRNA-Impfstoffe: Comirnaty (Biontech/Pfizer), Spikevax (Moderna)
  • Vektorimpfstoffe: Vaxzevira (AstraZeneca), Janssen (Johnson & Johnson)
  • Totimpfstoff (proteinbasiert): Nuvaxovid (Novovax)

Häufige Fragen zu Impfstoffarten

Der erste Totimpfstoff gegen COVID-19, Nuvaxovid von der Firma Novovax, wurde im Dezember 2021 von der EMA zugelassen. Seit Mitte Februar 2022 besteht die Empfehlung durch die STIKO. Nuvaxovid wird nun zur Grundimmunisierung gegen COVID-19 in Deutschland eingesetzt.

Der Impfstoff Nuvaxovid von der Firma Novovax ist ein proteinbasierter Totimpfstoff. Diese Impfstoffe werden auch VLPs (virus like particles) genannt. Es wird eine leere Virushülle künstlich aus Eiweißbausteinen hergestellt. Eine Vermehrung der Partikel im Körper ist ausgeschlossen, da sie kein Erbgut beinhalten. Da die Hülle jedoch genauso aufgebaut ist, wie die Oberfläche des Coronavirus, können sie die Antikörperbildung, also die Immunreaktion, auslösen.

Die Nebenwirkungen von mRNA-Impfungen unterscheiden sich nicht wesentlich von denen anderer Impfungen. Häufig sind Schmerzen rund um die Einstichstelle und körperliche Beschwerden wie Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen. Diese Reaktion des Körpers ist weniger als klassische Nebenwirkung und eher als Immunreaktion zu werten. Der Körper reagiert auf die Impfung mit gesteigerter Aktivität des Immunsystems. Die Impfreaktion klingt in den meisten Fällen nach spätestens 48 Stunden wieder ab.

Die Impfung bewirkt im Körper eine Immunreaktion, welche viel Energie kostet. Aus diesem Grund sollte man sich nach jeder Impfung schonen, um die Energiereserven nicht zu sehr zu strapazieren und dem Immunsystem seine Arbeit zu erleichtern. Der Impfstoff wird innerhalb von 3 Tagen im Körper abgebaut. In diesem Zeitraum sollte auf Sport, insbesondere Belastung des betroffenen Arms, verzichtet werden. Leichte körperliche Aktivität stellt kein Problem dar.

Quellen

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