Eine Frau hält einen Asthma-Inhalator.
  1. Asthma – Arten und Ursachen
  2. Asthma bronchiale
  3. Belastungsasthma
  4. Schmerzmittel-induziertes Asthma
  5. Sodbrennen-assoziiertes Asthma
  6. Asthma cardiale
Eine Frau hält einen Asthma-Inhalator.

Asthma ist die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern.

Wird von Asthma gesprochen, ist damit meist Asthma bronchiale gemeint. Diese chronische Erkrankung der Atemwege kommt vor allem bei Kindern häufig vor und ist durch eine Überempfindlichkeit und vorübergehende Verengung der Atemwege gekennzeichnet. Betroffene leiden unter Räusperzwang, Kurzatmigkeit und chronischem Husten bis hin zur Luftnot.

Auf einen Blick
  • Die Asthma-Arten unterscheiden sich hauptsächlich durch ihre Auslöser.
  • Allen Asthma-Erkrankungen liegt eine Überempfindlichkeit der Atemwege zugrunde.
  • Es kommt zu vorübergehenden Verengungen der Bronchien.
  • Die häufigste Form, das Asthma bronchiale, steht in Zusammenhang mit anderen allergischen Erkrankungen und der Exposition gegenüber Luftverschmutzung.

Asthma – Arten und Ursachen

Bestimmte Reize können Asthma-Anfälle provozieren, die oft mit ausgeprägter Luftnot und Erstickungsangst einhergehen. Im Folgenden werden die verschiedenen Formen des Asthmas und Ursachen der Entstehung typischer Asthma-Symptome erklärt.

Einteilung von Asthma und entsprechende Auslöser bzw. Ursachen:

  • Allergisches Asthma bronchiale: Allergene wie Tierhaare, Milben, Pollen und Hausstaub

  • Nicht-allergisches Asthma bronchiale: Atemwegsinfekte

  • Belastungsasthma: körperliche Belastung wie Sport, besonders an der frischen Luft bei kühlen Temperaturen

  • Schmerzmittel-induziertes Asthma (auch Analgetika-Asthma genannt): vermehrte Produktion von sogenannten Leukotrienen durch Substanzen in bestimmten Schmerzmitteln wie Aspirin oder Ibuprofen

  • Sodbrennen-assoziiertes Asthma: saurer Magensaft gelangt in den Rachen

  • Asthma cardiale: Flüssigkeit aus den Blutgefäßen staut sich der Lunge, es handelt sich um eine Erkrankung des Herzens (nicht der Atemwege)

Verschiedene Arten und Ursachen von Asthma.

Die Unterteilung in verschiedene Asthma-Formen erfolgt anhand der Auslöser und Ursachen. Da diese multifaktoriell sind, ist die Klassifizierung fließend.

Asthma bronchiale

Asthma bronchiale ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege. Es wird nicht von Erregern wie Bakterien oder Viren hervorgerufen. Die Medizin unterteilt Asthma in verschiedene Formen. Das allergische und das nicht-allergische Asthma sind die zwei häufigsten Arten. Darüber hinaus leiden viele AsthmatikerInnen unter einer Mischform.

Asthma bronchiale wird in das nicht-allergische und das allergische Asthma eingeteilt. Die genaue Ursache des Asthmas ist bisher nicht abschließend geklärt. Es wird vermutet, dass der Erkrankung eine Kombination aus genetischbedingter Anfälligkeit für allergische Reaktionen und verschiedenen Umweltfaktoren zugrunde liegt.

Asthma-PatientInnen leiden überdurchschnittlich häufig an weiteren allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen und Neurodermitis. Auch die Exposition gegenüber Feinstaub oder Tabakrauch kann die Entstehung von Asthma begünstigen. Daher leiden bestimmte Berufsgruppen wie Landwirte, Bäcker und Metallarbeiter überdurchschnittlich häufig an Asthma.

Allergisches Asthma bronchiale

Allergisches Asthma wird auch als extrinsisches (äußeres) Asthma bezeichnet, da die Auslöser aus der Umwelt stammen, z. B.:

  • Pflanzenpollen

  • Kot der Hausstaubmilbe

  • Tierhaare

  • Schimmelpilzsporen

Das Immunsystem reagiert auf diese eigentlich harmlosen Stoffe mit einer überschießenden Abwehrreaktion eines Asthmaanfalls. Dieser äußert sich in Form von Husten, Atemnot oder Beklemmung in der Brust. Je nach Allergie treten die Beschwerden nur saisonal (Pollen) oder ganzjährig (Hausstaubmilben- oder Tierhaarallergien) auf.

Das allergische Asthma kann zusätzlich zur regulären Asthma-Therapie wie eine Allergie mit Entzug des auslösenden Allergens und mit einer Desensibilisierungstherapie behandelt werden. Allergisches Asthma betrifft besonders häufig Kinder.

Nicht-allergisches Asthma bronchiale

Die Ursache für intrinsisches Asthma (von innen), also die nicht-allergische Form der Erkrankung, ist ebenfalls eine chronische Entzündung der Atemwege. Auslöser sind vor allem rezidivierende (wiederkehrende) Infektionen der Atemwege. Während die allergische Form vor allem Kinder betrifft, tritt diese Form verstärkt bei Erwachsenen auf. Die Mischform aus extrinsischem und intrinsischem Asthma liegt bei etwa 40 Prozent aller AsthmatikerInnen vor.

Belastungsasthma

Bei PatientInnen, die unter Belastungsasthma leiden, treten die Symptome wie Reizhusten und Atemnot nur bei körperlicher Belastung auf. Besonders regelmäßiger Sport an der frischen Luft, die bei kühleren Außentemperaturen die Schleimhäute der Atemwege austrocknet und die natürlichen Reinigungsmechanismen behindert, kann zu dieser Asthma-Form führen. Begünstigende Sportarten sind z. B. Laufen, Radfahren oder Skisport.

Studien konnten zeigen, dass AsthmatikerInnen körperliche Anstrengung dennoch auf keinen Fall vermeiden sollten. Das würde die Symptome verschlimmern. Vielmehr ist eine ausgiebige Aufwärmphase vor der sportlichen Betätigung nötig und die Belastung sollte langsam gesteigert werden.

Sportarten in feuchter Luft und bei Raumtemperatur sollten besonders während der kühlen Jahreszeiten bevorzugt werden (z. B. Schwimmen in der Halle). Asthma-Sprays können im Fall von Beschwerden zu einer Linderung führen.

Lesen Sie hier mehr zu Asthma und Sport sowie über Asthma in Winter.

Schmerzmittel-induziertes Asthma

Asthma-Beschwerden können in Zusammenhang mit dem Gebrauch von Schmerzmitteln wie Aspirin und Ibuprofen auftreten. Die in den Schmerzmitteln enthaltenen Substanzen führen zur vermehrten Produktion von sogenannten Leukotrienen, die wiederum eine Verengung der Atemwege verursachen. Schmerzmittel-induziertes Asthma wird auch als Analgetika-Asthma bezeichnet.

Oft klagen Betroffene neben dem für Asthma typischen Reizhusten über wiederkehrende Nasennebenhöhlenentzündungen sowie Nasenpolypen, die den Sekretabfluss behindern und über eine Unverträglichkeit gegenüber dem Schmerzmittel. Diese Symptomkonstellation wird als Samter-Trias bezeichnet.

Ähnlich wie Asthma bronchiale kann auch diese Asthma-Form mit Asthma-Sprays behandelt werden. Eine Dauertherapie mit den Symptom-verursachenden Schmerzmitteln kann mit der Zeit eine Desensibilisierung und Abschwächung der Symptome bewirken.

Sodbrennen-assoziiertes Asthma

Asthma-Beschwerden können auch bei PatientInnen mit Sodbrennen auftreten. Beim Sodbrennen fließt saurer Magensaft zurück in die Speiseröhre. Dieser kann unter bestimmten Umständen bis in den Rachen gelangen. Durch Einatmung kleinster Partikel der sauren Flüssigkeit werden die Schleimhäute der Atemwege gereizt. Dies äußert sich in Form eines Reizhustens. Zur Behandlung werden Protonenpumpenhemmer eingesetzt. Diese senken den Säureanteil im Magensaft.

Asthma cardiale

Nächtliche Hustenanfälle sind eine häufige Begleitsymptomatik bei PatientInnen mit Herzinsuffizienz. Im Liegen tritt die Flüssigkeit, die das Herz nicht befördern kann, aus den Blutgefäßen in die Lunge über, staut sich auf und kann so das Gewebe reizen. Daher werden diese Beschwerden auch als Asthma cardiale bezeichnet. Die Symptome treten meist nachts beim Schlafen auf. Asthma cardiale ist eine Erkrankung des Herzens und nicht wie die typischen Asthma-Formen eine Erkrankung der Atemwege.

Quellen

  • Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma. Langfassung, 3. Auflage. AWMF-Register Nr. nvl-002. 2018.

  • Dickhuth HH, Löllgen H: Trainingsberatung für Sporttreibende. Dtsch Arztebl 1996; 93: A-1192 / B-992 / C-928.

  • Herold G, et al.: Innere Medizin. 1. Aufl. Köln: Gerd Herold 2019.

  • Jaspersen D, Weber R, Issing WJ, et al.: Refluxassoziierte Atemwegserkrankungen: Aus der Sicht von Gastroenterologie, HNO und Pneumologie. Dtsch Arztebl 2003; 100: A-3096 / B-2572 / C-2402.

  • Klimek L: ASS-Intoleranz-Syndrom: Aktuelle Optionen der Therapie. Dtsch Arztebl 2017; 114: 28.

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